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Neue Heimat, alte Helden
Unsere Filmemacher sind von
akuter Nostalgie befallen: Nationale Mythen und historische Stoffe liegen im
Trend. Die Gustloff als »FilmFilm«.Stauffenberg Superstar.
Alle rauf auf den Eiger... Georg Seeßlen über die heiß gelaufene
Produktion von Deutschland-Bildern
Deutschland, das ist eines von
den großen Dingen, an denen Alexander Kluge seinen wunderschönen
Satz exemplifiziert hat von dem, was umso ferner zurückschaut, je näher
man es ansieht. Für die Praxis heißt das: Man guckt viel, aber nicht
besonders genau. Am besten ist Deutschland daher ein Bilderrauschen, so sehr
Oberfläche, dass es die Dimensionen von Ferne und Nähe gar nicht erst
gibt, so seriell bewegt, dass kein Blick in die Tiefe geht. Ein Sommermärchen
des Fußballs, der Grand Prix der Volksmusik, die letzten Tage im Führerbunker,
Lindenstraße, Türkenrap, Christine Neubauer und Heino Ferch, Kulturerbe
und Brückenbau: Es ist ein Scherbenhaufen oder ein Mosaik; es kommt auf
die Perspektive an.
Das bundesdeutsche Kino in seiner,
nun ja, großen Zeit nach Faschismus und Krieg hatte in den fünfziger
Jahren einen besonderen Trick entwickelt, um die komplizierten Verhältnisse
zwischen Biografie, Heimat und Geschichte zu ordnen. Man schuf drei Genres als
Bedeutungsräume. Deutschland, das war einerseits die ewige, sich vorsichtig
modernisierende, aber erlösend unschuldige Provinz im Heimatfilm. Deutschland
war zum Zweiten die Praxis der Wirtschaftswunderzeit in den Familienfilmen,
mal als Komödie und mal als Melodram, immer aber mit dem Versprechen letzter
Harmonie im privaten Raum und der Erziehung zur emotionalen Atempause. Und Deutschland
war schließlich Geschichte, leidende Menschen im Krieg, böse Nazis
im Hintergrund, Bewährung des einfachen Soldaten jenseits aller »Ideologie«.Auch
formal war die Sache ziemlich einfach: Die Heimat war in Farbe, die Geschichte
war schwarz-weiß. Wenn Geschichte farbig wurde - meist die Zeit von Romantik
und Biedermeier -, dann war sie fast schon Heimat. Und die Familie hatte Probleme
in Schwarz-Weiß und war glücklich in Farbe. Mit dem Neuen Deutschen
Film änderten sich diese drei Bedeutungsräume. Bei Rainer Werner Fassbinder
und Volker Schlöndorff konnte die Heimat sehr schwarz-weiß sein,
und Wim Wenders und Werner Herzog sahen Deutschland aus solcher Ferne an, dass
es einem schon beinahe wieder nahe vorkam. Andererseits aber kam mit der Einfärbung
der Geschichte auch die unterdrückte Emotion ins Spiel; im Neuen Deutschen
Film konnte die Familie vom Faschismus nicht mehr unberührt bleiben. Noch
bis in das große Werk Heimat von Edgar Reitz reicht dieses Farb- und Schwarz-Weiß-Spiel
in der Trialektik von Heimat, Familie und Geschichte. Nun aber kollidieren die
Räume der Identität, die man vordem so säuberlich getrennt hatte.
Menschen, Heimat und Geschichte gehen aneinander kaputt, und man kann sehen,
wie das geht. Aber dazu muss man genauer hinschauen, und dann eben sieht Deutschland
wieder ferner zurück.
Heimat, Familie und Geschichte
als gebrochene Medien der Identität wieder zusammenzubringen - das unternahm
dann eine zweite Welle des »kritischen Heimatfilms« mit einer Betonung
von authentischer Regionalität wie etwa bei Christian Wagner oder der Westallgäuer
Filmkooperative. Es ging nicht mehr um Heimat als mythischen Raum - den man,
wie den amerikanischen Westen, einmal von der Seite der Ordnung und einmal von
der Seite der Outlaws her sehen konnte -, sondern um den konkreten Ort, die
konkrete Sprache. Aus diesem Gestus konnte sich auch ein urbaner Heimatfilm
entwickeln, die Beschreibung von realen Lebensräumen, in denen Familie,
Heimat und Geschichte nicht zusammenkommen, es sei denn durch Gewalt. Nicht
selten entstanden diese Deutschlandbilder vor den Kameras von Regisseurinnen
und Regisseuren mit »migrantischem Hintergrund«, wie man heute sagt.
Aber dass Deutschland da so fern zurücksieht, liegt nicht daran, sondern:
am genaueren, am näheren Blick aus unterschiedlichen Perspektiven - aus
den Ghettoerfahrungen, von der Menschennähe des Andreas Dresen her bis
zur Strenge und Genauigkeit der Berliner Schule.
Bis in die achtziger Jahre also
war nur zu wählen zwischen den Deutschlandbildern des Mainstreams, die
so flach und unverbindlich waren wie Postkarten - das war eine ungenierte Rückkehr
zu den Kitschwelten der Fünfziger, von der »Schwarzwaldklinik«
über das »Schloss am Wörthersee« zum »Bergdoktor«,
zu einer »Volkstümlichkeit«, die ihren Warenhauscharakter gar
nicht erst zu verleugnen suchte und dem kritischen Diskurs weitgehend entzogen
war -, oder den Deutschlandbildern des jeweils neuen deutschen Films, dessen
Vertreter sich mehr oder weniger erfolgreich dagegen wehren, Deutschland als
mythische Einheit von Heimat, Familie, Geschichte zu rekonstruieren. Auch mit
dieser Ordnung der Deutschlandbilder war zu leben, zwei Sphären, die sich
nicht berührten.
Aber vielleicht entsprach diese
zweite Ordnung der Deutschlandbilder zwischen kontrolliert unpolitischem Heimatkitsch
und kontrolliert dissidenten Gegenbildern nicht so recht der politischen und
gesellschaftlichen Realität des wiedervereinigten Landes. Schließlich
konnte man in der Ferne des jeweils anderen Teils nicht mehr die eigene Nähe
genießen, und die allzu heftige Produktion von Gewinnern und Verlierern
von Vereinigung, Globalisierung und Neoliberalismus erzeugte eine neue Sehnsucht
nach wärmenden und sinngebenden Bildern. Die mediale Vereinigung von Deutschland
konnte nur durch die klammheimliche Rekonstruktion des Mythos geschehen. Man
fängt gleichsam noch einmal von vorne an: Seit den Neunzigern ähnelt
die audiovisuelle Gebrauchsproduktion verdächtig der aus den fünfziger
Jahren. Motive, Genres und einzelne Filme (von der »Geierwally«
bis zu den »Buddenbrooks«) werden recycelt, Berührungsängste
scheint es weder vor Reitergestüten, Wilderern und Sennerinnen zu geben
noch vor Coming-of-Age-Geschichten aus der Nazizeit und Liebesgeschichten unter
flatternden Hakenkreuzfahnen. Und nicht nur die zähe Wiederkehr überwunden
geglaubter Bilder und Erzählungen mag den kritischen Geist erschrecken,
sondern mehr noch ein Projekt zur neuen Verknüpfung: Heimat, Geschichte
und Familie sollen offensichtlich nun doch noch einmal zusammen gesehen werden,
und in der neuen Mischung soll Deutschland nicht von Ferne scheinen, sondern
so nahe wie Rosamunde Pilcher, Winnetou, Schütze Arsch und der Förster
vom Silberwald zusammen.
Eine solche andere Linie deutete
sich seit geraumer Zeit in den Filmen von Joseph Vilsmaier an. Er schuf auf
produktionstechnisch hohem Niveau eine Art work in progress, das von dem ländlichen Elend und kleinen Glück in
der Verfilmung von Anna Wimschneiders Roman »Herbstmilch« 1988 über
Stalingrad, Marlene und den Bergkristall bis zum jüngsten Fernsehevent »Die
Gustloff«
führt, das durch eine Sondervorführung für Kanzlerin Angela Merkel
und immerhin die Hälfte der Bundestagsabgeordneten - also wesentlich mehr
als bei normalen Sitzungen unseres Parlaments - einen nahezu offiziösen
Status erhielt. Vilsmaier, der immer wieder zwischen den drei Bedeutungssphären
»Deutschland« wechselt und vermittelt, hat in seinen Filmen und
Fernsehproduktionen einen Heimatraum geschaffen, der die Geschichte nicht mehr
ausschließt. Vielmehr erwächst in dieser Bilderwelt eine neue Einheit
aus der Prämisse, dass Geschichte eine Katastrophe ist, die den Menschen
aus seiner Heimat vertreibt, ihn zugleich aber zur Rückkehr formt.
Man könnte wohl sagen, Vilsmaier
verfilme alles, was deutsch ist, und er tut es auf eine sehr deutsche Weise,
die man mit etwas gutem Willen als einigermaßen naiv bezeichnen könnte,
die es aber auch, wenn es um die Konstruktion von Erlösungs- und Harmoniebildern
geht, mit historischen Details ganz und gar nicht genau nimmt. Durch seine Form-
und Farbenlehre lässt sich der Bruch zwischen Heimat, Geschichte und Familie
heilen: Geschichte ist zugleich die Katastrophe, die den Menschen aus der Heimat
vertreibt, und die Bewährung, die ihn familiär formt. So kann Marlene
Dietrich von der entschiedenen Emigrantin zur Erlöserin sterbenswunder
Deutscher werden, und so wird der Untergang der »Gustloff« zur Wiedergeburt
Deutschlands. Und nach ältestem Mythenbrauch kann nur der Verrat das Getrennte
wieder zusammenführen; das Heimatliche, das Nationale und das Biografisch-Melodramatische
verschmelzen zu einer Art national-heimatlichem Feel-Good-Movie. Man darf der
Methode Vilsmaier durchaus skeptisch gegenüberstehen (und ich will nicht
verhehlen, dass ich ihr besonders skeptisch gegenüberstehe), aber man kann
ihr zumindest eine gewisse Größe nicht absprechen. Vilsmaier schafft
seine Deutschlandbilder gleichsam mit brachialer Gewalt, aber doch ohne Zynismus.
Parallel zum System Vilsmaier
entwickelte sich eine Erzählweise zur deutschen Geschichte - für die
vor allem die Firma Degeto steht -, die die deutsche Geschichte in einer simplen
Auflösung kommuniziert: Mehr oder weniger heroische Familiengeschichte
vor dem Hintergrund historischer Katastrophen, wobei eine Flutkatastrophe, ein
Bombenangriff, der nationalsozialistische Terror, ein Grubenunglück, der
Bau und der Fall der Mauer oder der Untergang eines Schiffes dramaturgisch ebenso
austauschbar sind wie die Familiengeschichten im Vordergrund, in denen allerdings
bestimmte Schauspieler einen festen Platz zu haben scheinen.
Im deutschen Fernsehen hat sich
mittlerweile neben den Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen das Genre des Neo-Heimatfilms
fest etabliert, das in den verschiedensten Formaten - von spielfilmlangen Hansi-Hinterseer-Schmonzetten
bis zur Daily-Heimat-Soap wie »Dahoam is Dahoam« - eigentlich immer
nur eine Geschichte erzählt: Die Geschichte vom deutschen Menschen, der
in der großen Welt emotionalen, moralischen und ökonomischen Schiffbruch
erlitten hat und nun zurückkehrt in seine enge, aber geborgene Provinzheimat,
wo er Glück und Frieden findet in der Rettung des familiären Unternehmens
und den Armen der Jugendliebe, die er einst schmählich verlassen hatte.
Offensichtlich wird das deutsche Fernsehpublikum dieser Geschichte niemals müde,
auch wenn sich die Drehbuchautoren kaum noch Mühe geben, nennenswerte Variationen
zu erfinden. So wie die Protagonisten zurückkehren, so kehren auch die
Träume zurück. Die Menschen in dieser Heimat-Welt benutzen Mobiltelefone
und tragen Markenklamotten, aber sie denken und fühlen wie Menschen der
fünfziger Jahre. Der Unterschied ist allenfalls ein leichter Hang zur Hysterie
und der bemerkenswerte restaurative Elan, mit dem diese heimgekehrten Söhne
und Töchter die elterlichen Unternehmungen, die Tierarztpraxen und Ponyhöfe,
Bäckereien und Dorfbrauereien wieder auf die Höhe bringen. Auch diese
teutonischen Heidis und Geißenpeters können brauchen, was sie gelernt
haben: Sie restaurieren die Heimat mit den Mitteln der New Economy.
Während sich der serielle
Neo-Heimatfilm des deutschen Fernsehens mittlerweile zur Erzählmaschine
entwickelt hat, die gleichsam von selbst läuft, ein konstanter Flow jenseits
der Kritik und jenseits der Autorenverantwortung, rumort in der Sphäre
der großen nationalen Feel-Good-Movies, der genehmen Geschichtsbilder
und der Zweiteiler-Events durchaus noch Skepsis, Interesse und Politik. Wenn
es so etwas gibt wie ein informelles Projekt zur Versöhnung mit der Geschichte,
zur Rekonstruktion der normalen Erzählbarkeit, so sind doch die Einzelheiten
dieses Projektes umstritten. Wie weit will man gehen in der Strategie der Entschuldung?
Wie nahe dürfen sich die magische deutsche Familiengeschichte und die Präsenz
der nationalsozialistischen Gespenster und ihrer Verbrechen kommen? Wie weit
kann man bei der Vermenschlichung der einen und bei der Stilisierung der anderen
gehen? Wo wird die Sentimentalität zur Blasphemie gegenüber den Opfern
des »Dritten Reichs«? Und wie definieren sich »Helden«
in diesem neuen deutschen Supergenre des Heimatgeschichtsfamilien-Feel-Good-Movies?
Offensichtlich, so viel ist klar,
sollen sie nach dem Willen der Leitmedien nicht aussehen wie Tom Cruise, der
einerseits ein Amerikaner ist (und unser Guido Knopp, der ihn sogleich mit Goebbels
verglichen hat, hat doch selbst eine Filmproduktion über den 20. Juli in
Arbeit) und andrerseits ein prominentes Mitglied der Scientology-Sekte. Seit
der Ausstrahlung der Fernsehserie »Holocaust« geht regelmäßig
ein Aufschrei der Entrüstung durch die deutsche Öffentlichkeit, wenn
sich die amerikanischen Bildermaschinen der deutschen Geschichte widmen und
sie mit den Mitteln der Popkultur aufbereiten. Der Nationalsozialismus als Hollywoodproduktion
muss etwas Furchtbares sein. Merkwürdigerweise regt sich kaum Widerstand,
wenn es um eine vergleichbare Aufbereitung aus dem Geist deutscher Unterhaltungskultur
geht. Wir scheinen nichts dabei zu finden, dass Filme über den Nationalsozialismus
oder den Krieg heute aussehen wie Ufa-Produktionen. Deutschland lässt ungern
Filme über seine Geschichte herein, zur gleichen Zeit aber ist man ausgesprochen
stolz darauf, wenn Filme wie Der Untergang ein
gutes Auslandsgeschäft sind. Des Rätsels Lösung ist nicht allein
nationale »Empfindlichkeit« - wir machen unsere falschen Bilder
selber! -, sondern nicht zuletzt ein ökonomisches Kalkül. Die deutsche
Geschichte, die Weltkriege und der Nationalsozialismus sind Aufmerksamkeitswerte
auf einem umkämpften Markt. Und das nationale Feel-Good-Movie hat immer
auch Ambitionen, zum Exportschlager zu werden. Darum, unter anderem, führt
man die »Gustloff« einerseits dem deutschen Bundestag vor und lässt
das Werk andererseits als »Titanic aus Deutschland« auf den Weltmarkt
los.
Möglicherweise finden wir
einen einfachen Helden für das nationale Feel-Good-Movie in einer Figur
wie dem ungebrochen naiven Flieger aus dem Ersten Weltkrieg, Manfred von Richthofen.
Am 10. April 2008, passend zum 90. Jahrestag seines Todes, kommt Der
Rote Baron
heraus. Der Film, der alles hat, was das nationale Feel-Good-Movie braucht,
das Opfer, die schöne Krankenschwester, den Krieg, der sich vom Männersport
zur Katastrophe entwickelt, ist zugleich ein Produkt für den globalen Bildermarkt
nach dem »Action & Romance«-Prinzip neuer Großprojekte.
Das nationale Feel-Good-Movie, so scheint es, zeugt sich als Erzählmaschine
aus Elementen des Effektheroismus und der Seifenoper fort.
Das hat seine Geschichte, und
dazu gibt es auch schon eine eigene Werbesprache: »Dresden« von
Roland Suso Richter etwa zeige, so der Chef des ZDF-Fernsehspiels, Hans Janke,
»dass in einem Bombardement doch auch die Liebe zwischen die Menschen
findet«, und es sei ein Film »für eine größere Mitmenschlichkeit«
(Produzent Nico Hofmann). Dafür ist die Handlung typisch: Ein britischer
Bomberpilot stürzt ab, verbirgt sich in einem Dresdener Krankenhaus, wo
sich eine Krankenschwester in ihn verliebt, die aber eigentlich mit dem Oberarzt
verbunden ist, das Paar flieht, der Bomberpilot muss gestehen, dass er Bomberpilot
ist, trotz des folgenden Zerwürfnisses wird nichts aus der Beziehung zu
dem Oberarzt, weil sie von dem Piloten erfahren hat, wie er mit den Nazis verbunden
ist, obwohl er doch eigentlich ein guter Mensch ist. Gegen Ende der Handlung
müssen Pilot, Krankenschwester und Arzt sich gemeinsam durch die Flammenhölle
kämpfen. Die ganze Geschichte könnte ebensogut irgendwo anders spielen,
denn immer geht es um Menschen, die weder Opfer noch Täter sind, »Menschen,
die nicht verfolgt werden, nichts mit dem Regime gemein haben und einfach nur
den Krieg überleben wollen«. Sieht man solche nationalen Feel-Good-Movies
von der anderen Seite, verhält es sich wie bei jedem Katastrophenfilm:
Der Krieg produziert das Paar (die Freundschaft, die Liebe, die Familie, die
Solidarität), und schon deswegen hat er, jenseits seiner ganz eigenen destruktiven
Ästhetik, etwas Gutes, ja, etwas »Heimatliches« an sich. Und
wie ein Film wie Der
Untergang
zeigt, kann man selbst in den innersten Zirkeln der Nazi-Macht »von nichts
gewusst« haben.
Zwei neue Sphären der deutschen
Identität also sind entstanden: der Neo-Heimatfilm und das nationale Feel-Good-Movie
als historisches Eventspektakel mit Soap-Opera-Zugabe. Und in beiden Sphären
sind längst Methoden, Mythen und Stereotypen erprobt, die Bild- und Erzählmaschinen
in Gang halten. Das heißt nicht, dass es nicht in beiden Sphären
auch Arbeiten gibt, die sich achtbar aus der Affäre ziehen, und hier und
dort gibt es auch Gegenbilder. Aber vielleicht wäre das Wirken dieses neuen
medialen Narrativs doch die eine oder andere kritische Anstrengung wert. So
fern wie Deutschland in dieser Erzählmaschine zurückblickt, darf einem das
eigene Land nicht rücken.
Georg Seeßlen
Dieser Text ist zuerst erschienen in epd Film 4/2008
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