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Alucarda
Alucarda
hat alles, was ein gutes Exploitationmovie benötigt, um als solches durchzugehen:
Eine Geschichte um ein Kloster und junge Mädchen darin, die Luzifer anheim
fallen, viel Blut, eine gute Portion Blasphemie, eine wagemutige kinematografische
Arbeit in seinen frei delirierenden Momenten, etwa wenn die satanische Initation
stattfindet oder Beelzebub persönlich einem Haufen nackter Leiber den Segen
zur Orgie ausspricht.
Warum
er aber dennoch nicht funktioniert, das weiß vermutlich allein der Teufel.
Zum einen gestaltet sich der Zugriff durch die Geräuschkulisse schon als
schwierig: Bald 80 Minuten hysterisches Gekreische hält selbst der wohlwollendste
Freund abnormer Filme kaum aus. Dann behandelt der Film seine eigentlich knalligen
Zutaten recht stiefmütterlich und scheint sich selbst nicht ganz sicher
zu sein, was er eigentlich will: Die große künstlerische Vision steht
als Behauptung stets im Raum, doch versickert das Visionäre, das Manische,
vielleicht auch das manisch-visionäre Scheitern an der Unbeholfenheit,
mit der hier einzelne Balken nicht zu einem tragenden Gerüst konstruiert,
sondern zu einem bloßen Haufen aufeinander geworfen werden. Die Kulissenhaftigkeit,
das Theatralische im Spiel der Darsteller tun je ihr Übriges, um einem
den Film fremd bleiben zu lassen.
Das
ist umso bedauerlicher, da manche Szenen wirklich das Zeug gehabt hätten,
ganz große Kunst im Sinne des Exploitationkinos zu sein, wäre da
noch etwas mehr Pfeffer im Spiel gewesen. Kamera-, Schnitt- und mise-en-scène-Experimente
machen den Film hie und da schon fast spannend, auf formale Weise. Und dennoch
fehlt da was, die Vision scheint kaum ehrlich. Bald überkommt einen der
Gedanke: "Das ist ein Film, wie ihn Leute drehen, die nur von wenig eine
Ahnung haben, aber gerne bekunden, dass sie regelmäßig vor ihrem
geistigen Auge "ganz tolle Bilder für einen Film" halluzinieren."
Und ganz ehrlich: Von solchen Leuten möchte ich am wenigsten einen Film
sehen.
Insgesamt:
Schade.
Thomas
Groh
Diese
Kritik ist zuerst erschienen im:
Alucarda,
la hija de las tinieblas
Regie:
Juan López Moctezuma
Mexiko
1978
Alternativtitel:
Alucarda
(1978) (USA)
Innocents
from Hell (1978) (USA)
Mark
of the Devil 3 (1978) (USA)
Sisters
of Satan (1978) (USA)
85
Minuten
Buch:
Alexis Arroyo u.a.
Darsteller:
Claudio
Brook, David Silva, Tina Romero, Susana Kamini, Adriana Roel, Martin LaSalle,
Tina French, Lili Garza, Betty Catania u.a.
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