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Die
Katze
Ein
bunter deutscher Action-Film für die Fans von Götz George und Gudrun
Landgrebe. Zum Sattsehen. Gleich mit dem Titelvorspann geht es los. Sex in den
landesüblichen Positionen, das heißt erst die eine, dann die andere
und so weiter. Immer wieder macht die Landgrebe dieselbe Bewegung: Sie hebt
die rechte Schulter, dreht den Kopf ruckartig nach rechts und zurück und
verdreht dabei die Augen. Ekstase! Dem Götz George schwitzt derweil die
Eitelkeit aus den Poren, der makellose Body ist mit winzigen Perlen übersät,
sie sehen fast wie Schweißtropfen aus, aber es muß etwas weniger
Prosaisches sein, denn Eric Burdon singt auf der Tonspur etwas Gewaltiges dazu,
und spätestens dann, wenn der George zu Dolby Stereo ins Licht schreitet,
des vollbrachten Werks mehr als zufrieden, sind die ersten Fans schon übersatt,
denn wenig passendes Gelächter kommt im Kino auf. Ganz zum Schluß
wird sogar schallend gelacht, denn Götz George stirbt in dieser Position,
dann in der nächsten und so weiter. Immer wieder reckt er sich hoch, und
dann noch einmal von vorn, mit vollem Einsatz, teutonisch-professionell, so
lang wie eine Arie im Opernhaus ä la tot-tot-tot-bin-ich-nun.
In
diesen Momenten spürt man, was aus dem Film hätte werden können,
wenn all das, was unfreiwillig passiert, in der Absicht der Produktion gelegen
hätte. Womöglich könnten wir dann von komödiantischer Leichtigkeit
sprechen statt von verbissener Redundanz. Selbst der Dialog traut seiner Fertigkeit
nicht; einem Satz folgt gleich die Zweit- und Hilfskonstruktion („Bevor du den
Löffel abgibst, bevor du auf die andere Seite springst, ..."). Dermaßen
überabgesichert, wird das, was so perfekt fotografiert, rasant geschnitten
und sonst noch professionell bestens gemacht ist, bloße Wiederholung.
Ja,
das also ist die beste Einstellung: die graugrünen Augen der Landgrebe,
wenn Licht drauffällt; aber bitte nicht schon wieder die Halbnahe, in der
sie, wiewohl angekleidet, die Arme über die Brust kreuzt, als ob sie darunter
einen nackten Riesenbusen hätte. Auch beim George hat man die Muße
zu sinnieren, ob er es eigentlich bringen könnte, anders auszuschauen als
er ausschaut, oder ob das von ihm bisher noch kein Mensch verlangt hat. Und
dann noch, Herr Graf, die Nahverkehrszüge, die im Stundentakt auf der zwischen
Gruiten und Hochdahl gelegenen Station Hochdahl-Millrath halten, was bedeutet
das den George-Landgrebe-Fans?
Die
Handlung des Films kann man sowieso vergessen (Geiselnahme und Erpressung, aber
Crime doesn't pay - jedenfalls für George und seine Jungs), denn auch wenn
die Stuntmen mit noch so hohen Flammen durchs Bild laufen und auch wenn die
Musik noch so dramatisch dazwischendröhnt, nie verliert sich das Gefühl,
daß der Film all den Äktschnkram nur rüberbringt, um George
und Landgrebe als die ins Bild zu setzen, die sie sind. DIE KATZE ist also kein
Thriller, sondern ein Fanfilm. Wer noch nicht genug hat von unsern beiden heimischen
Stars: nichts wie hin ins Kino!
Dietrich
Kuhlbrodt
Diese
Kritik ist zuerst erschienen in: epd Film 2/88
DIE
KATZE
BRD
1987. R: Dominik Graf. B: Uwe Erichsen, Christoph Fromm nach dem Roman „Das
Leben einer Katze" von Uwe Erichsen. K: Martin Schäfer. Sch:
Christel Sukow. M: Andreas Köbner, Songs von Eric Burdon, Cruzados, Roger
Chapman, The Hollies, Annabel Lamb, Chris Rea. T:
Günter Stadelmann. Ba: Roger Katholing, Matthias Schmalzl. A: Matthias
Kammermeier. Ko: Susanne Wemcken. Pg:
Bavaria Film GmbH/ZDF. Gl:
Günter Rohrbach. P: Georg Feil. V:
Neue Constantin. L: 117 Min. FSK: 16, nffr. St: 21.1.1988, D: Götz George
(Probek), Gudrun Landgrebe (Jutta), Joachim Kemmer (Voss), Heinz Hoenig (Junghein),
Ralf Richter (Britz), Ulrich Gebauer (Ehser). Sabine
Kaack (Irma).
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