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M
- Eine Stadt sucht einen Mörder
"Berlin um 1930. Ein unbekannter Lustmörder
missbraucht kleine Mädchen und tötet sie. Sein letztes Opfer ist Elsie
Beckmann. Die Bevölkerung ist beunruhigt, die Polizei ist ratlos - zu sehr
ist der pathologische Täter vom Zufall der Umstände zu seinen Taten
getrieben. Doch da bekommt er einen anderen, gefährlicheren Feind als die
Polizei: die organisierte Verbrecherwelt, die sich durch die intensive Fahndungsarbeit
der Polizei belästigt fühlt und nun ihrerseits Jagd auf "M"
macht. Ein blinder Straßenhändler erkennt durch eine charakteristische
Melodie den Mörder wieder, alarmiert die Ganoven, die, angeführt vom
Schränker, ihn in einem großen Verwaltungsgebäude stellen. Sie
machen ihm regelrecht den Prozess. "M" versucht, sich durch seinen
schizophrenen Zustand zu rechtfertigen. Vor dem Urteilsspruch erscheint die
Polizei und verhindert die Vollstreckung des geforderten Todesurteils - der
Mörder wird vor ein ordentliches Gericht gestellt werden." Rudolf
Freund: "M", in: Günther Dahlke, Günter Karl (Hrsg.): "Deutsche
Spielfilme von den Anfängen bis 1933", Berlin: Henschel, 1993, S.254.
"Mit seinem ersten Tonfilm "M", der häufig
auch zusammen mit dem früheren Arbeitstitel "Mörder unter uns"
oder dem späteren Verleihtitel "Eine Stadt sucht einen Mörder"
genannt wird, schuf Fritz Lang einen legendären Tonfilm-Klassiker, der
als einer seiner besten Filme gilt. Der Kinemathekverbund führt "M"
in seiner TOP 100 sogar an erster Stelle aller zwischen 1895 und 1998 entstandenen
deutscher Filme. Die herausragende filmhistorische Bedeutung, die "M"
zu recht genießt, ließe sich allein schon anhand der ästhetischen
Gestaltung dieses Films aufweisen. Die von Fritz Lang an dem für ihn völlig
neuen Medium Tonfilm durchgeführten Experimente gelten heute wie damals
als "Beispiel für eine vorbildliche Bewältigung des Mediums Ton".
Die konzeptuelle Idee dieses Films war durch aktuelle Zeitungsmeldungen entstanden,
die über die Fälle der Serienmörder Haarmann und Kürten
berichteten. Dem zeitgenössischen Trend zur "Neuen Sachlichkeit"
folgend, wollte Lang einen Film realisieren, der rein auf Tatsachenberichten
aufbauen sollte. Im Rahmen der dazu nötigen Recherche informierte er sich
bei der Kriminalpolizei über Fahndungsmethoden, bei Psychiatern und Psychologen
über die Mentalität von Triebtätern. Als Ergebnis entstand mit
"M" ein hoch sensibles filmisches Zeitbild, dessen stark realistische
Strategien ein durchaus ambivalentes Bild der Gesellschaft und der in ihr virulenten
Strömungen zeichnen. ";M' balanciert zudem geschickt zwischen Plädoyer
und Analyse, er billigt dem Mörder menschliche Gefühle zu und vergisst
nicht die Opfer, beurteilt selbst die Verfolger und Richter, den Kommissar Lohmann
und die Leitfigur der Ganoven, den aalglatten "Schränker" nicht
nur ehrfürchtig oder fasziniert, sondern auch spöttisch oder skeptisch.
Der Film versucht gleichsam, und diese Anstrengung ist nicht gering, allen Figuren
gerecht zu werden und von allen einen kritischen Mindestabstand zu halten."
(Thomas Koebner)
Guido Walter
Dieser Text ist zuerst erschienen auf:
Zu
diesem Film gibts im archiv der filmzentrale mehrere Kritiken
M - Eine Stadt sucht einen Mörder
105 Min.
Regie: Fritz Lang
Drehbuch: Thea von Harbou, Fritz Lang nach einem Zeitungsartikel
von Egon Jacobson
Musik: Motiv aus "Peer Gynt" von Edvard Grieg,
gepfiffen von Fritz Lang
Kamera: Fritz Arno Wagner, Karl Vash
Deutschland 1931 / restauriert in 2000
Rolle:
Darsteller:
Hans Beckert, der Mörder
Peter Lorre
Mutter Beckmann
Ellen Widmann
Elsie Beckmann
Inge Landgut
Kriminalkommissar Lohmann
Otto Wernicke
Schränker
Gustaf Gründgens
Bauernfänger
Theo Lingen
Kriminalkommissar Gröber
Theodor Loos
Blinder Straßenhändler
Georg John
Polizeipräsident
Ernst Stahl-Nachbaur
Taschendieb
Paul Kemp
Einbrecher
Friedrich Gnaß
Falschspieler
Fritz Odemar
Minister
Franz Stein
Verteidiger
Rolf Blümner
Wächter
Karl Platen
Kriminalsekretär
Gerhard Bienert
Wirtin
Rosa Valetti
Hure
Hertha von Walther
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