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Mission to Mars
1968
brachte Stanley Kubrick seine Vision der Evolution auf die Leinwand und versah
die Jahreszahl 2001 mit geradezu mytischer Bedeutung. Nun, wenige Monate bevor
die "Space Odyssey" zur Gegenwart wird, widmet sich Brian DePalma
den großen Fragen - und präsentiert leider auch die Antworten - und
verlegt den Zeitpunkt der allumfassenden Erkenntnis ins Jahr 2020. Dann werden
die ersten Menschen den Mars betreten, sein Geheimnis gelüftet und den
Ursprung allen menschlichen Lebens entdeckt haben. Doch die Distanz zum roten
Planeten ist groß, und so nimmt auch die Reise dorthin den größten
Teil des Films ein - und füllt die Leinwand auf geradezu magische Weise.
Nie zuvor hat ein Film ähnlich atemraubende Bilder der Schwerelosigkeit
eingefangen; majestätisch gleitet Stephen Burums Kamera ein ums andere
Mal durch die Gänge und Räume der Raumstationen und -schiffe, umkreist
minutenlang das interstellare Tanzpaar Tim Robbins und Connie Nielsen, bevor
leider immer wieder die Drehbuchautoren den Eindruck gehabt haben müssen,
ein wenig Dramatik schade der Geschichte jetzt nicht. Sie tut es doch. Und so
werden unzählige Gefahren herbeizitiert, die die Reise vermeintlich aufpeppen
sollen. Tim Robbins schließlich stirbt einen quälend langgedehnten
Heldentod, bevor die übriggebliebene Crew mit letzter Kraft den Mars erreicht.
Die bald darauf folgende Begegnung der dritten Art ist jedoch ganz und gar nicht
unheimlich; das Zusammentreffen mit der fremden Spezies wird wohl selbst den
harmoniesüchtigsten Zeitgenossen nicht verschrecken, sicher aber die Freunde
gelungener Visual Effects verärgern, denn beim Anblick des phantasielos
computeranimierten Alien wünscht man sich augenblicklich die Kreationen
eines Carlo Rambaldi zurück, zumal man unweigerlich an sie erinnert wird.
Daß die abschließende rassen- und planetenübergreifende Botschaft
samt finaler Himmelfahrt des Protagonisten bereits vor über zwanzig Jahren
von Steven Spielberg viel poetischer formuliert wurde, bereitet dem Vergnügen
jedoch kaum Abbruch, denn die kühne Schönheit der kühlen Bilder
überstrahlt alle Platitüden der Dialoge mit Leichtigkeit.
Carsten
Happe
Diese Kritik ist zuerst erschienen im:
Zu diesem
Film gibt’s im archiv der filmzentrale mehrere
Texte
Mission to Mars
USA 2000. R: Brian DePalma. B: Jim
Thomas, John Thomas & Graham Yost. K: Stephen H. Burum. S: Paul Hirsch.
M: Ennio Morricone. P: Spyglass/Jacobson Company. D: Gary
Sinise, Tim Robbins, Don Cheadle, Connie Nielsen, Jerry O´Connell, Armin
Mueller-Stahl u.a. 114 Min. Constantin ab 11.5.00
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