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My
Big Fat Greek Wedding
Culture–Clash
Aus
dem Cinestar Info–Blatt: „My Big Fat Greek Wedding – drollige Culture – Clash
– Romantik - Komödie.“
Ich
könnte darüber schreiben, dass alleine die Trailer vor dem Film, „Groupies
Forever“ mit Goldie Hawn und „Ein Chef zum Verlieben“ mit Sandra Bullock und
Hugh Grant das Tor in eine Vorhölle des Kinos aufgestoßen haben und
Furchtbares erwarten lassen.
Ich
könnte erklären, warum ein Film, der eigentlich eine Fernsehserie
ist, die eigentlich Stand Up Comedy ist, in Szenen, die etwas über wirkliche
Gefühle und Leben erzählen wollen, den Charme der wenigen Spielszenen
der Handlung eines gängigen Pornos entwickelt.
Außerdem
könnte ich erwähnen, dass ebenso Synchronisation wie auch Fähigkeiten
der Hauptdarstellerin und zudem Maske, Set, Kamera und der ganze Rest an eben
dieses Filmgenre erinnern.
Auch
den Eindruck, den die Einführung des griechischen Restaurants machte, der
Schwenk über die Strasse, urbanes Leben, seichte Gitarrenmusik bräuchte
ich nicht verschweigen. Auf einmal war ich wieder bei Alf. Seichte Gitarrenmusik,
Schwenk, das Haus der Tanners, dann Alf. Oder eben Toula. Aber Alf war witziger.
Kaum zu glauben, aber die Gags in Alf waren um Längen besser geschrieben
und erzählt als in diesem Film.
Weiterhin
könnte ich die Austauschbarkeit der griechischen Großfamilie anführen,
hätten auch Italiener sein können, der eine sah ohnehin schon aus
wie der Pate.
Oder
ich könnte über das griechische Restaurant selber schreiben, das soviel
mit Griechenland zu tun hat, wie die Menschen in diesem Film mit Griechen.
Und
das der Lehrer, in den sich Toula verliebt, sogar noch schön findet.
Über
dessen Rolle könnte ich auch noch einiges an Worten verlieren, weitergehend
dahin, dass er die Rache einer weiblichen Autorin für jahrzehntelange weibliche
Filmrollen als bloßes, schmückendes Beiwerk einer auch ohne sie funktionierenden
Handlung ist. Selten habe ich eine unwürdigere, auf ein bis zwei platte
Charaktereigenschaften reduzierte, männliche Hauptrolle in einer sogenannten
Liebesgeschichte… aber lassen wir das.
Lassen
wir auch die Abhandlung über die ganzen Mechanismen eines lieblosen Films,
die ohne jede Originalität bedient werden, schlechte Running Gags, schlechte
Rollen. Das ganze gehässige Zeug.
Eine
drollige Culture – Clash – Romantik – Komödie
Was
ich darüber schreiben will, ist folgendes:
Im
Kino versuchte ich, die Wartezeit auf das Ende zu verkürzen. Ich stellte
mir vor: Ein voll besetzter Olympic–Airways-Jet im Sturzflug. Lachende, dicke,
herzliche Griechen halten gewaltige Pita Gyros in Händen, sie schreien
„Heureka“. Während der Pilot über die Bordsprechanlage den griechischen
Ursprung dieses Wortes erläutert, kracht die ganze drollige Fuhre mit einem
ordentlichen Culture–Clash in das romantische Haus von Tom Hanks, genau auf
den Kopf seiner Frau.
Alles
explodiert.
Leider
war der Film danach noch lange nicht zu Ende und außerdem auf Platz Eins
der Kino Charts.
Thomas
Gerhold
Diese
Kritik ist zuerst erschienen in: film + kritik
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