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Starfish Hotel beginnt in einer Höhle, in einem Traum, in Arisus Kopf. Aus
der Monotonie seines Ehelebens flüchtet Arisu in die Welt der Mystery-Romane
des Bestsellerautors Kuroda. Eines Tages, nachdem ihm ein heruntergekommener
Mann in einem Hasenkostüm einen Flyer für den Sexclub „Wonderland“
in die Hand drückt und ihn in ein Gespräch verwickelt, verschwindet
seine Frau spurlos. Kurodas neuer Roman, so erfahren wir in einem Fernsehinterview,
soll, wie immer, mit dem spurlosen Verschwinden einer Frau beginnen.
Die Schauplätze am Beginn des Films sind in abweisenden Grau-
und Pastelltönen gehalten. Die Leere der Wohnung, die nichts heimisch macht,
die Fassade des Hochhauses, in dem Arisu arbeitet, die langweilige Geometrie
der Büros sind gekonnt in Szene gesetzt. Die Exaktheit der Kadrierungen
und der Einstellungsdauer, mit der die Kamera diese kalte, unwirtliche Großstadtwelt
einfängt, erinnert an Meisterwerke des neueren japanischen Kinos, etwa
an Koreedas Nobody knows. Dem „menschlichen“ Hasen folgend, der schon bei Carroll aus
der Realität in den Traum führte, verlässt der Protagonist diese
Welt. Ein anderer Schauplatz, das kleinstädtische Starfish Hotel, eine
andere Frau, ein anderes Leben in verführerischem Rot. Ein anderer Film?
Nein!
Die Abgründe aus verdrängtem Begehren und unterdrückter
Begierde, die sich unter der monotonen Existenz auftun, auch sie bleiben Oberfläche.
Bleiben monoton, langweilig, x-beliebig, wie der Büroalltag zu Beginn.
Regisseur und Drehbuchautor John Williams schafft Bilder, die die Schönheit
einer Seifenblase besitzen, in der sich nichts weiter spiegelt als ihr eigner
künstlerischer Narzissmus. Alles gibt sich furchtbar kompliziert und geheimnisvoll
– das
Verwirrspiel mit Realitäts- und
Zeitebenen, die plot twists – und ist doch am Ende ganz einfach. Als die Seifenblase
zerplatzt, finden wir in ihrem Inneren einen ziemlich trivialen Plot um Ehebruch,
Eifersucht und Mord. Stoff für eine Folge einer Krimi-Serie und auch die
muss es, um zu funktionieren, schaffen, das Publikum für ihre Rätsel
und deren Lösungen zu interessieren.
Starfish
Hotel
Japan
2005; ca. 98 Min.; Regie und Drehbuch: John Williams; Produzent: Martin Raycroft;
Darsteller: Koichi Sato, Kiki, Akira Emoto, Tae Kimura, Kazuyoshi Kushida
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