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Zehn
– Die Traumfrau
Ein Komponist wird 42 Jahre alt, und er ist unglücklich
darüber, und er hat einen weißen Rolls Royce Camargue in der offenen
Ausführung, und sein Freund, der Texter, ist schwul und hat einen jungen
Muskelmann zum Freund, und der Komponist hat eine feste Freundin, die ist Opernsängerin
und fährt einen rosa Daimler 450 mit der Nummer SAM I, was in Kalifornien
erlaubt ist, sie hat einen Sohn aus geschiedener Ehe, und der Komponist sieht
eine schöne junge Frau in einem Mercedes 600 Pullmann zur Hochzeit fahren
und das wirft ihn aus der sanften Bahn. Es passieren ihm von da an lauter peinliche
Unfälle, unheroisches Unglück; und er benimmt sich würdelos und
albern und haßt sich dafür.
Er fährt nach Mexiko in den Ort, in dem das
junge Paar in den Flitterwochen ist. Am Strand liegt die Frau da und ihr Mann
geht mit dem Surfbrett ins Meer. Der Komponist sieht sie an und die Zeit bleibt
stehen. Bis dahin war alles geschwätziges und dumpfes Leben, jetzt kommt
ein Augenblick von Begehrlichkeit.
Die Frau ist gefilmt, wie man im Kriminalfilm einen
wichtigen Gegenstand in Großaufnahme filmt, im Bildvordergrund, ein Gegenstand,
dem der Augenblick eine Bedeutung verliehen hat. In der hellen Sonne an dem
armseligen und luxuriösen Strand erscheint die Frau noch näher, die
Begehrlichkeit steigert sich und sie ist leer.
Harun Farocki
Dieser Text ist zuerst erschienen
in: Filmkritik Nr. 283 vom Juli 1980
Zehn
- Die Traumfrau
TEN
USA
- 1978 - 122 min. – Scope - Erstaufführung: 24.4.1980/31.12.1987 DFF 1
- Produktion: Blake Edwards, Tony Adams
Regie:
Blake Edwards
Buch:
Blake Edwards
Kamera:
Frank Stanley
Musik:
Henry Mancini
Schnitt:
Ralph E. Winters
Darsteller:
Dudley
Moore (George)
Julie
Andrews (Sam)
Bo
Derek (Jennifer)
Robert
Webber (Hugh)
Dee
Wallace (Mary Lewis)
Sam
Jones (David)
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